Alle Kunstwerke


Die Kunstwerke im Altarraum der Johanniskirche sind nicht nur schmückendes Beiwerk. Sie erzählen vom Glauben - genauer vom Heilswerk Gottes an dem Menschen. Freilich darf sich das ungeübte Auge auch einfach an der Schönheit der Kunst erfreuen. Es lohnt aber ein genauerer Blick. Den wollen wir in den nächsten Zeilen wagen.

Der spätgotische Altarschrein

Das dominierende Kunstwerk ist das spätgotische Altarbild im Altarraum. Es handelt sich um einen Flügelaltar aus einer unbekannten Werkstatt. Er wird im Allgemeinen um das Jahr 1500 datiert. Der Altar wurde erst im Zuge des Wiederaufbaus der im Krieg schwer beschädigten Johanniskirche von 1951-1959 in die Kirche verbracht - aus dem Depot des DDR-Denkmalschutzes in Dresden. Ursprünglich stammt er aus der Kirche in Neustädtel bei Schneeberg. Von dort wurde er offensichtlich ausgelagert, nachdem die Neustädtler Kirche Zu unserer lieben Frauen 1739 einen neuen Altar bekommen hatte. Die Predelle wurde im Zuge der Aufstellung in Plauen ergänzt; die in ihr enthaltene Grablege Christi stammt offenbar aus einem anderen Zusammenhang. Mit der Madonna im Zentrum und Johannes dem Täufer zu ihrer Rechten passt das Altarbild hervorragend in unsere Kirche, die ja im Jahr 1122 „zu Ehren des allmächtigen Gottes, der glückseligen Gottesmutter Maria und des heiligen Johannes des Täufers“ geweiht worden war.

Das Altarbild zeigt in seinem Mittelschrein Johannes den Täufer, Maria mit Kind als Mondsichelmadonna und Maria Magdalena. Die Flügelscheine erzählen die Geschichte der Geburt Christi: Verkündigung an Maria (links oben), die sog. Mariä Heimsuchung (rechts oben), die Geburt Christi (links unten) sowie die Anbetung der Weisen (rechts unten). Theologisches Thema des Altars ist die Versöhnung zwischen Gott und Mensch durch Jesus Christus.

Wenden wir uns zunächst der Weihnachtsgeschichte zu, die die Flügel des Altarbildes erzählen.

Mariä Verkündigung

Die Geschichte auf unserem Altarschrein beginnt mit der Verkündigung an Maria (Lukas 1,26-38). Wir befinden uns in einer Stube in Nazareth. Links sehen wir den Engel Gabriel mit Botenstab und Begrüßungsgestus. Er spricht: „Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! ... Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben.“ Der Name „Jesus“ bedeutet „Gott rettet“. Rechts erkennen wir Maria. Ihr offenes Haar zeigt dem mittelalterlichen Betrachter unverkennbar an, dass sie noch nicht verheiratet ist – offensichtlich eine Jungfrau. Sie kniet vor einem Pult, auf dem ein aufgeschlagenes Buch liegt – wohl ein Gebetbuch, wie es sich im ausgehenden Mittelalter für eine fromme Frau aus gutem Hause gehörte. Ihre Handhaltung drückt ihre fragende Überraschung über die Botschaft des Engels aus: „Wie soll das geschehen, da ich doch von keinem Manne weiß?“ Ihre demütig von unten nach oben auf den Engel gerichteten Augen signalisieren zugleich das Einverständnis mit dem Auftrag Gottes: „Siehe, ich bin des Herrn Magd-; mir geschehe, wie du gesagt hast.“

Der Betrachter erfährt, dass die Geburt Jesu Christi einem geheimnisvollen und unaufhaltsamen göttlichen Plan entspringt, der das Ziel hat, Gott und Mensch zu versöhnen. Zudem ist der Betrachter aufgefordert, sich an der frommen Beschäftigung der Maria und mit ihrem demütigen Einverständnis mit dem Auftrag Gottes ein Beispiel zu nehmen.


 

Heimsuchung Mariä

Auf der gegenüberliegenden Seite setzt sich die Geschichte fort mit der Heimsuchung Mariä (Lukas 1,39-56). Die schwangere (und noch immer unverheiratete) Maria trifft dort auf Elisabeth, mit der sie offensichtlich verwandt ist. Elisabeth ist eine verheiratete Frau, was durch ihre Kopfbedeckung angezeigt wird. Sie ist die Ehefrau des Priesters Zacharias. Das Paar ist schon hochbetagt und sehr lange Zeit kinderlos. Aber in einer Vision während des Tempelgottesdienstes wurde Zacharias verheißen, dass seine Frau Elisabeth nun doch noch einen Sohn zu Welt bringen solle – und zwar Johannes, der später den Beinamen „der Täufer“ bekommen wird. Seine Aufgabe soll es einst sein, die Menschen auf das Auftreten des Jesus von Nazareth und die damit verbundene Versöhnung zwischen Gott und Mensch vorzubereiten. Wie das Lukasevangelium berichtet, erfüllt Johannes gleichsam schon pränatal seinen göttlichen Auftrag: „Siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte (strampelte) das Kind vor Freude in meinem Leibe“, sagt Elisabeth zu Maria. Dieser Moment wird uns hier vor Augen geführt. Der Tradition nach ist Elisabeth in ihrer Schwangerschaft der Schwangerschaft Maiens um ein halbes Jahr voraus. Der Geburtstag Johannes des Täufers wird entsprechend am 24. Juni (Johannistag) eines Jahres begangen.

Der Betrachter bemerkt, dass nicht erst das Erwachsenenleben, sondern auch schon die Geburten Jesu und Johannes des Täufers auf geheimnisvolle miteinander verstrickt sind. Gottes Plan zur Versöhnung zwischen Gott und Mensch schreitet voran. Die Hoffnungen der Menschen auf Gottes Eingreifen sind nicht vergeblich. Der Betrachter ist eingeladen in das Gotteslob einzustimmen, in das Maria nach ihrer Begegnung mit Elisabeth ausbricht: „Meine Seele erhebt den Herrn!“


 

Christi Geburt

Auf dem linken Flügel unten setzt sich das Geschehen fort. Wir sehen die Geburt Christi in einem Stall. (Dass sich die Geburt Christi in einem Stall ereignete, wird in der Bibel nicht erzählt, sondern nur aus der Erwähnung der Futterkrippe geschlossen.) Maria und Josef knien andächtig an der Krippe, in der das nackte Jesus-Kind liegt. Maria ist noch immer unverschleiert; die Hände der Jungfrau sind zum Gebet gefaltet. Josef ist üblicherweise als hochbetagter Mann ausgeführt; seine Geste zeigt an, dass er sich für den Schutz des Kindes und seiner Mutter verantwortlich weiß. Treuherzig schauen Ochs und Esel auf das Geschehen. Die beiden werden in der Weihnachtsgeschichte allerdings gar nicht erwähnt. Sie sind in der Tradition auf Grund eines Spruches des Propheten Jesaja in die Darstellungen der Geburt Christi gekommen: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt's nicht, und mein Volk versteht's nicht“ (Jesaja 1,3).

Der Betrachter soll erkennen und verstehen, dass das Jesus-Kind sein Herr ist. Zugleich darf er wahrnehmen, dass Gott ein kleines Kind wird; auf diese Weise macht sich Gott dem Menschen in seiner Schwäche gleich. So beginnt das Versöhnungswerk Gottes Gestalt anzunehmen. Die Antwort des Menschen besteht darin, wie Maria sein Gebet an Jesus Christus zu richten und wie Josef seinen von Gott zugedachten Platz in der Welt anzunehmen.


 

Anbetung der Weisen

Gegenüber rechts unten sehen wir Maria mit dem Jesus-Kind auf dem Schoß. Wir befinden uns –erkennbar an dem Rundbogenfenster - in einem Haus, was der Weihnachtserzählung des Matthäusevangeliums entnommen ist. Um Maria versammelt sind die drei Weisen aus dem Morgenland, die aufgrund einer Himmelserscheinung von weit her aus dem Osten gekommen sind, um dem „neugeborenen König“ anzubeten und ihm Geschenke zu bringen: Gold, Weihrauch und Myrre. Aus der Dreizahl der Geschenke wird geschlossen, dass es sich um drei Personen handeln muss. Ihre traditionellen Namen Caspar, Melchior und Baltasar sind in der Bibel nicht erwähnt. Auch dass einer der Drei ein Afrikaner gewesen sei, entspringt der frommen Phantasie späterer Generationen. Allerdings wird damit sehr gut bildlich zum Ausdruck gebracht, was die Weihnachtserzählung des Matthäus sagen will: Zu Jesus Christus können alle Menschen kommen, nicht nur die Angehörigen des auserwählten Volkes Gottes.

Der Betrachter darf sich eingeladen fühlen, sich ebenfalls zu Jesus Christus aufzumachen und ihm sein leben zu weihen. Ob er als Kind zum Glauben erzogen worden ist, spielt keine Rolle. Jeder ist zum Glauben eingeladen.


 

Mittelschrein

Wir schauen auf den Mittelschrein. Vor einem golden Hintergrund – in den Lilienblüten und Rauten fein ziseliert eingearbeitet sind – treten drei Heilige auf die Gemeinde zu. Der goldene Hintergrund zeigt an, dass sie aus der Gegenwart des ewigen Gottes kommen. Die Lilienblüten sind die Blumen des Paradieses.


 

Madonna mit dem Kind

Im Zentrum steht Maria. Sie tritt hier als Himmelskönigen auf. Dieser Art der Darstellung nennt man auch „Mondsichelmadonna“, da sie vom Mond getragen wird, der in unserem Altarbild übrigens ein gutmütiges Gesicht hat. Maria trägt eine Krone, wodurch sie als Königin erkennbar. Der sonnenähnliche Strahlenkranz, der hinter ihrem Rücken hervorbricht weist als Königen des Himmels aus. Das Lilienzepter in ihrer Rechten ist das Symbol der Gnade Gottes. Maria ist also die Überbringerin der Gnade Gottes an die Menschen; sie bringt Gottes Gnade aus dem Himmel auf die Erde, und zwar in Gestalt Jesu Christi. Ihn trägt sie in ihrem linken Arm und präsentiert ihn so der Gemeinde als wollte sie sagen: „Seht, Jesus Christus, für euch gebe ich ihn – zur Versöhnung zwischen Gott und Mensch.“ Das erinnert an das Heilige Abendmahl, welches die Gemeinde am Altar vor diesem Bild empfängt. Da heißt es bei der Übergabe der Hostie an den Gläubigen: „Christi Leib, für dich gegeben.“

Dass Maria Himmelskönigin ist, steht so nicht ausdrücklich in der Bibel. Erst die Tradition der römischen Kirche hat die Vorstellung von der Krönung Mariens herausgebildet. Die Theologen des Mittelalters schlussfolgerten sie aus einzelnen Aussagen im Hohelied und in den Psalmen, die auf Maria bezogen gedeutet wurden. So wurde aus Psalm 45,10 abgeleitet, dass Christus seine Mutter zur Teilhaberin an seiner Herrschaft macht: „Die Braut steht zu deiner Rechten in Goldschmuck aus Ofir.“ Die neuere katholische Theologie sieht in Maria vor allem das Urbild des glaubenden Menschen. Entsprechend wird die Vorstellung von einer Krönung im Himmel weniger als eine besondere Aussage über Maria als Person interpretiert. Vielmehr wird darin Hinweis darauf gesehen, dass alle Gläubigen vor Gott eine königliche Würde besitzen und daher in der kommenden Welt in „Throngemeinschaft“ mit Gott leben dürfen.

Die Darstellung Mariens als Himmelskönigin ist seit der Reformation unüblich geworden, da die Evangelischen der Verehrung von Heiligen z.B. mithilfe von Altarbildern kritisch gegenüber stehen. Wohl deswegen wurde der Altarschrein einst aus der Kirche in Neustädtel entfernt. Wir können als evangelisch-lutherische Gemeinde im 21. Jahrhundert dennoch gut damit leben, denn wir verstehen, dass die Verehrung Mariens immer nur von der Verehrung Christi abgeleitet ist. Maria wird verehrt wegen Christus! Im Übrigen steht ja auch das Christuskind im eigentlichen Zentrum des Altars. Dass der christliche Glaube seinen Kern in Jesus Christus hat, ist ein zentraler Gedanke der Reformation.

Der Betrachter soll erkennen, dass Jesus Christus von Gott kommt und dass mit ihm Gottes Gnade bzw. die Versöhnung zwischen Gott und Mensch wirksam wird – für ihn persönlich beim Heiligen Abendmahl spürbar.


 

Christus-Kind

Das Kind in den Armen der Maria ist Jesus Christus. Er trägt in seiner Linken einen roten Apfel. Mit diesem schlichten Symbol wird die entscheidende Rolle Jesu Christi in Gottes Heilsplan ausgedrückt. Dieser Apfel steht für die Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, von dem Adam und Eva einst trotz Verbot gegessen hatten. Damit war gleichsam die Sünde in die Welt gekommen: Gott und Mensch leben seither getrennt. Nun aber trägt Christus die Sünde aus der Welt; von Gott her ist die Trennung zwischen Gott und Mensch aufgehoben. „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selbe rund rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung“ (2. Kor 5,19).

Das Jesus für die Versöhnung zwischen Gott und Mensch sein Leben gab, zweigt die Grablege in der Predelle des Altarschreins – direkt unter der Marienstatue. Die Beschreibung der Grablege erfolgt am Ende der Betrachtung des Altarbildes. Wie schwer Christus an der Sünde tatsächlich zu leiden hatte, wird in diesem Altarbild nicht direkt vor Augen geführt. Um ansatzweise ermessen zu können, was Jesus Christus zu tragen hatte, muss der Betrachter seinen Blick nach rechts wenden: An der Südwand des Altarraums hängt ein überlebensgroßes Kruzifix. Dazu an anderer Stelle mehr. Ein deutlicher Hinweis auf den Opfertod Jesu findet sich in der Figur Johannes‘ des Täufers. Dazu im folgenden Abschnitt mehr.

Der Betrachter soll beim Anblick des Christus-Kindes in den Armen der Maria erkennen, dass er zur Gemeinschaft mit Gott eingeladen ist, ohne dass er Vorleistungen erbringen müsse. Christus hat alles getan, was nötig war. Durch ihn ist die Versöhnung zwischen Gott und Mensch gewirkt. Von Gott her gesehen, steht einer Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch nichts entgegen.


 

Der Heilige Johannes der Täufer

Vom Betrachter aus links neben Maria steht Johannes der Täufer. Es scheint, als sei er etwa 30 Jahre alt. Er trägt unter dem goldenen Gewand ein einfaches Gewand aus braunem Fell – aus Kamelhaar, wie die Bibel erzählt. (Die goldenen Gewänder sind Ehrengewänder. Die Künstler des Mittelalters wussten natürlich, dass die Menschen der Bibel zumeist einfache Leute waren. Aber da es sich um Heilige handelt, ehrten sie sie mit goldenen Gewändern.)

Johannes der Täufer zeigt mit seiner Rechten Hand auf ein Lamm, das auf einem Buch in seiner linken Hand sitzt. Das Buch symbolisiert die Schriften des Alten Testaments, die mit dem Auftreten Johannes` als abgeschlossen gelten. Er gilt als der letzte der Propheten in der Tradition des Gottesvolkes. Sein Prophetenamt besteht darin, auf den Messias Gottes hinzuweisen. Das tut Johannes mit seinem rechten Zeigefinger. Dieser Zeigegestus setzt den folgenden Ausspruch aus dem Munde des Johannes über Jesus ins Bild: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh 1,29). Der Zeigefinger zeigt zugleich auf das Lamm und auf das Kind in den Armen der Maria. Und tatsächlich: es hat eine Frucht in der Hand – die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen im Paradies, mit dem die Sünde einst in die Welt kam. Das Christus-Kind wird also das Opferlamm sein, dass die Sünde aus dem Weg räumt – die Trennung zwischen Gott und Mensch überwindet, die seit Adam und Eva in der Welt war. Gott und Mensch sind versöhnt. Der Kreuzestod Jesus wird durch den Ausspruch des Täufers als Opfertod gedeutet. Diese Deutung hat in der Theologiegeschichte zu einem problematischen Gottesbild geführt, dazu an andere Stelle mehr.

Der Betrachter soll erspüren, dass Jesus Christus sein Leben gab, um die Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch zu erneuern. Dieses Opfer darf er dankbar annehmen. Zugleich ist die Person des Täufers ein Vorbild für jeden Christen: Wie er sollen sie die Menschen auf Jesus Christus hinweisen.


 

Die Heilige Maria Magdalena

Nun wenden wir uns der Frau zu, die vom Betrachter aus rechts neben Maria steht. Es ist Maria Magdalena. Maria Magdalena gehörte nach den Evangelien zu den Frauen, die Jesus nachfolgten und mit für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten. Jesus trieb Jesus ihr sieben Dämonen aus. In Ihrer Hand trägt sie ein Salbengefäß. Dieses Attribut bezieht sich auf den Bericht, wonach eine Frau mit zweifelhaften Ruf Jesus vor seiner Verhaftung und Hinrichtung gesalbt hat. Die Tradition setzt diese namenlose Hure mit Maria Magdalena gleich; sie wird dadurch zum Urbild einer reuigen Sünderin. Dieser Frau - dieser reuigen Sünderin – ist eine besonders ehrenvolle Aufgabe in Gottes Heilsplan zugedacht. Sie handelt an Jesus wie eine Prophetin. Erst durch die Salbung dieser Frau wird Jesus zum „Gesalbten“. Diese Bezeichnung gilt dem Retterkönig, den Gott senden würde und auf dessen Ankunft die Juden ihre Hoffnung setzten. Das hebräische Wort für „Gesalbter“ lautet „Messias“. Das griechische Wort für „Gesalbter“ lautet in seiner latinisierten Form „Christus“. Maria Magdalena macht „Jesus von Nazareth“ also zu „Jesus Christus“. Zugleich weist das Salbengefäß Maria Magdalena als Zeugin der Auferstehung aus. Sie gehörte zu den Frauen, die sich am Ostermorgen mit Salböl im Gepäck zum Grab Jesu aufmachten, um den Leichnam einzubalsamieren. Sie fanden aber das Grab geöffnet und hörten die Botschaft aus dem Munde eines Engels: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden“ (Lukas 24,5).

Manche Betrachter mutmaßen mit Hinweis auf den gewölbten Bauch der Maria Magdalena, dass sie wohl schwanger sei. Aber Frauen mit so einem Bauch dazustellen, ist vielmehr eine übliche Mode gewesen in der Entstehungszeit des Altarbildes. Ausgehend von der Vorstellung, dass bestimmte Eingeweihte z.B. in der Kunst geheime Botschaften weitergeben, geistern immer wieder Vorstellungen durch die Presse oder durch die sozialen Medien, wonach Maria Magdalena die Ehefrau Jesu gewesen sein soll, dass sie von ihm mindestens ein Kind gehabt haben soll und dass es noch heute geheime Nachfahren Jesu gebe. Dafür gibt es aber keinerlei belastbare Argumente. Die angeblichen Hinwiese stammen allesamt erst aus dem 2. Jahrhundert nach Christus; sie sind also erheblich jünger als die Evangelien. Die Rabbinen zu Zeit Jesu waren in der Regel verheiratet. Es hätte deshalb keinen Grund gegeben, eine Ehefrau Jesu zu verschweigen. Übrigens berichtet die Bibel auch, dass Petrus eine Ehefrau hatte.

Der Betrachter der Maria Magdalena darf an ihr seine Hoffnung festmachen, dass reuige Sünder zur Gemeinschaft mit Christus gehören dürfen und dass Gott auch ihnen in seinen Plan wichtige Aufgaben zuweist. Das Versöhnungswerk Christi gilt gerade denen, die versagt haben.


 

Die Grablege Christi

In der Predelle, direkt auf Höhe des Altartisches sehen wir die Darstellung der Grablege Christi. Wir sehen am rechten bzw. linken Ende der Bare je einen Mann. Der ältere (links) ist wohl Josef von Arimathäa, der nach dem Kreuzestod Jesu zu Pilatus gegangen war und um die Herausgabe des Leichnams gebeten hatte. Diesen nahm er vom Kreuz ab, hüllte ihn in ein Leinentuch und bestattete ihn in einem unbenutzten Felsengrab. Der jüngere Mann (rechts) stellt Nikodemus dar, der eine Salbölmischung mitbrachte und Josef von Arimathäa half, Jesus zu bestatten. Hinter der altarähnlichen Bare sehen wir von links nach rechts Johannes (den Lieblingsjünger Jesu), Maria (Jesus Mutter) und Maria Magdalena. Sie betrauern den toten Jesus. Zugleich aber präsentieren Sie den Leichnam der Gemeinde, die genau hier – am Altartisch – beim Heiligen Abendmahl in Gestalt der Hostie den Leib Christi empfängt: „Christi Leib, für dich gegeben.“ Christus ist die Versöhnungsgabe Gottes. In dem der Gläubige die Hostie im Wortsinn innerlich aufnimmt, vermischen sich göttliches und menschliches untrennbar miteinander. Gott heiligt den Menschen, indem er sich im Leib Christi selber gibt. In diesem Geschehen erfüllt sich die Verheißung die Namen Gottes verborgen ist. Er lautet „Jahwe“ und bedeutet „Ich werde für dich da sein“.

Der Betrachter soll begreifen, dass sich im heiligen Abendmahl Gott selber mit ihm untrennbar vereinigt. Er darf diese Gabe dankbar und im Gedenken an den Tod Christi annehmen.


 


 

Das Kruzifix an der Südwand im Altarraum

Über dem Eingang zur Sakristei wurde im Zuge des Wiederaufbaus der Kirche nachdem 2. Weltkrieg ein spätgotisches Kruzifix angebracht. Es kam aus dem Bestand des Vogtlandmuseums und stammt ursprünglich aus der Kirche in Syrau. Der ausgemergelte Korpus des bereits verstorbenen Gekreuzigten ist überlebensgroß. Der Haarschopf ist mit Pferdehaaren ausgeführt. In ihrer bewegenden Ausdruckskraft erinnert die Darstellung an das berühmte Kreuzigungsgemälde des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald. Wie einst die Kranken im Spital von Isenheim beim Blick auf den Gekreuzigten das Mitleid Gottes mit ihnen erfahren durften, so wird auch dem heutigen Betrachter das Leiden Christi als Zeichen des Mitleids Gottes gezeigt.

Dem Betrachter werden das Leiden Christi und sein Tod vor Augen geführt. Er ist eingeladen, sein eigenes Leiden und Sterben darin widergespiegelt zu sehen und das Mitleid Gottes als Trost anzunehmen.


 

Überlegungen zum Verständnis des Opfertodes Jesu Christi

Der Tod am Kreuz war eine der schlimmsten Foltern im Römischen Reich. Die Juden sahen in dem „Fluchholz“ ein Zeichen dafür, von Gott verworfen zu sein. Aber nach dem Neuen Testament war das Kreuz kein Fehlschlag und keine Verurteilung, sondern ein Werkzeug zu unserem Heil. So heißt es im Johannesevangelium: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16)

Es ist nur schwer zu begreifen, wie der schreckliche Kreuzestod des Jesus von Nazareth so positive Folgen haben konnte. Und vor allem: Sollte Gott der Vater darauf angewiesen sein, durch das stellvertretende Blutopfer Jesu in seinem Zorn auf uns Sünder besänftigt zu werden?

Es genügt, diese Frage auszuformulieren, um sich darüber klarzuwerden, dass diese Sicht nicht nur falsch, sondern gotteslästerlich ist. Wenn Gott nicht einmal möchte, dass böse Menschen leiden und sterben (Hesekiel 33,11), wie sollte ihn dann ausgerechnet das Leiden seines geliebten und unschuldigen Sohnes besänftigen. Das Leiden als solches hat in den Augen Gottes keinerlei Wert. Mehr noch: Der Schmerz, der das Leben zerstört, steht in vollkommenem Widerspruch zu Gott. Denn er will, dass alle Menschen in Fülle leben (Johannes 10,10).

Und doch geht es beim Kreuz Jesu Christi um Liebe. In ihm drückt sich das vollkommene Zusammengehörigkeitsgefühl Gottes mit den Menschen aus. Gottes Liebe kennt keine Grenze, auch nicht Leiden und Tod. „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“ (Johannes 15,13).

Jesus Christus hat die Leiden unseres Menschseins aus Liebe auf sich genommen. Nicht, um Gott zu besänftigen, sondern um uns eine neue Sicht auf unser Leid zu ermöglichen. Zwar wird jeder Mensch früher oder später mehr oder weniger leiden müssen. Aber wir dürfen darin nicht eine vermeintlich verdiente Strafe Gotte sehen. Wir müssen Leid und Tod auch nicht als blindes und absurdes Schicksal erfahren. Sondern wir dürfen darin eine tiefe Begegnung mit der Liebe erkennen und das eigene Leiden als einen Weg zum Leben annehmen. Denn wir sind nicht verloren in Leid und Tod, sondern haben aus Gottes Liebe ewiges Leben.

Zugleich geht es beim Kreuz Christi auch um Versöhnung zwischen Gott und Mensch. Nicht indem Gott durch Blut besänftigt und versöhnt werden müsste, sondern umgekehrt: Das Kreuz soll es dem Menschen ermöglichen, die Versöhnung zu glauben. In unserem menschlichen Denken hat alles seinen Preis. Nichts gib es umsonst. Eine einfache Zusage aus dem Munde Gottes, dass die Beziehung zu ihm durch das Fehlverhalten der Menschen nicht gestört sei, reicht uns nicht. Der Kreuzestod Christi am Kreuz ist ein Opfertod in dem Sinne, dass für die Schuld bezahlt worden ist, weil nur so wir Menschen die Versöhnung auch wirklich glauben und annehmen können.


 


 

Gemälde „Taufe Christi“

Über dem Taufstein hängt ein Gemälde welches die Taufe Christi durch Johannes den Täufer darstellt. Es wird auf die Zeit um 1725 datiert und muss auf jeden Fall jünger sein, als die Achteckaufsätze der Türme mit verschieferten welschen Hauben und offenen Laternen, die im Zuge des Wiederaufbaus der Kirche nach dem Stadtbrand von 1635 entstanden sind. Gezeigt wird, wie im Moment der Taufe Gott vom Himmel spricht: „Dies ist mein auserwählter Sohn; den sollt ihr hören!“ (Lk 9,35); zudem sendet Gott auf Jesus den Heiligen Geist „wie eine Taube“. Das Interessante an diesem Taufbild ist, dass der Künstler die Taufe Christi aus dem Jordantal in das Elstertal vor dem Weichbild der Stadt Plauen und im Beisein von Bürgern der Stadt verlegt hat. Dadurch soll wohl deutlich gemacht werden, dass die Taufe Jesu für die Bürger der Stadt von heute Heilsbedeutung hat. Für die Stadthistoriker ist von Interesse, dass außer der Johanniskirche selbst mehrere Gebäude zu erkennen sind, die heute nicht mehr stehen: das Schloss der Vögte, der Komturhof und andere. Man kann die alte Elsterbrücke und den Turm der Lutherkirche sehen. Vom Malzhaus sind nur die darin später verbauten Ruinen der Eversteinschen Burg zu erkennen. Mann erkennt die Rähme mit den zum Trocknen aufgehängten Tüchern und die Weberhäuser. Lieder sind die Pigmente der verwendeten Farben im Laufe der Zeit verdunkelt, so dass eine Reinigung des Bildes im Jahr 2015 keine deutliche Verbesserung der Bildqualität erbrachte.

Der Betrachter soll erkennen, dass ihn die Taufe zum Kind Gottes gemacht hat, wie das einst bei Jesus von Nazareth geschehen war. Das heimische Wasser ist ausreichend, weil alles an Gottes Handeln liegt.


 

Taufstein

Der spätgotische Taufstein ist erst nach dem 2. Weltkrieg in der Johanniskirche aufgestellt worden. Er stammt aus Miltitz bei Meißen und zeigt deutliche Restaurationsspuren. Jahrelang hatte der Taufstein seinen Standort in der Vögtekapelle bis er um die Jahrtausendwende an seinen jetzigen Standort verbracht wurde. Damit sollte deutlich gemacht werden, dass die Taufe in die Gemeinde gehört, auch wenn sie zugleich ein persönliches Ereignis ist. Die Kuppa des Taufsteins ist achteckig und ist mit einem spätgotischen Maßwerk und der Darstellung des Gotteslammes mit Siegesfahne verziert. Die achteckige Form spielt auf den achten Tag der Schöpfung an, der mit dem Sieg Christi über den Tod angebrochen ist. Es ist der erste Tag der neuen Schöpfung, in der der Tod nicht mehr herrscht. Wer getauft ist, in Teil der neuen Schöpfung geworden.

Das Becken ist sehr tief. Daran ist erkennbar, dass zu seiner Entstehungszeit die Kinder bei der Taufe mit ganzem Körper untergetaucht worden sein müssen. Sie wurden „aus der Taufe gehoben“ – d.h. sie wurden aus dem Wasser bzw. aus dem Tod gerettet und haben nun das neue ewige Leben.

Der Betrachter erfährt die Bedeutung seiner Taufe. Er darf sich als Getaufter in Gottes neue Welt aufgenommen wissen.


 


 

Gemälde „Ecce Homo“

In Vögtekapelle an der Nordseite des Chorraumes hängt über dem Altar ein Gemälde, welches aus der St. Annen-Kirche Dresden stammt und gelangte nach 1945 in die Plauener Johanniskirche - im Tausch gegen das ehemalige Altarbild von Johann Friedrich Matthäi, das die Einsetzung des Heiligen Abendmahls darstellte. Wir sehen Christus als Schmerzensmann mit den Attributen seiner Geißelung (Folterung): Dornenkrone und Geißel in den gebunden Händen. Die Dornenkrone diente zudem samt dem Purpurmantel zur Verspottung Christi als „König der Juden“. Hinter Christus ist der römische Statthalter Pontius Pilatus zu sehen; er wird hier dargestellt als türkischer Großwesir - wohl in Erinnerung an die Türkenbelagerung Wiens 1683. Es war in dieser Zeit durchausüblich Pilatus auf diese Weise als Feind Christi zu zeigen. Allerdings bemüht sich die biblische Überlieferung im Gegenteil darum, die Rolle des Pilatus in der Passion Christi zu beschönigen. Danach präsentierte er den gedemütigten und gegeißelten Christus dem Volk mit den Worten „Seht, welch ein Mensch!“, um die Wut des Volkes zu besänftigen und Jesus frei lassen zu können. Diese Szene ist hier dargestellt – erkennbar am Zeigegestus des Pilatus sowie am Titel des Bildes der unteren Bereich nur noch mit Mühe zu entziffern ist: „Ecce Homo“; das ist griechisch und bedeutet „Seht, welch ein Mensch!“ oder „Seht, so ist der Mensch!“. Das Volk aber forderte von Pilatus die Kreuzigung Christi; nur der römische Staat hatte das Recht, diese Strafe zu verhängen und zu vollstrecken. Wer vor dem Bild stehend die Augen nach links wendet, sieht durch den Eingang der Vögtekapelle hindurch das Kruzifix an der Südseite des Chores.

Dieses Bild dient dem Betrachter als Andachtsbild zum Nachdenken über das Leid der Menschen und zum Trost im Leiden: Jeder leidende Mensch ist mit dem Leidenden und auferstanden Christus verbunden.


 

Zwei Sandsteinreliefs in der Vögtekapelle

Bei der letzten Restaurierung der Vögtekapelle sind zwei Sandsteinreliefs aus dem 16. Jahrhundert in die Wände eingelassen worden. Sie zeigen die Verkündigung an Maria sowie die Geburt Christi. Nach neuesten Erkenntnissen stammen die beiden Reliefs nicht wie bisher vermutet aus einem Vorgängeraltar sondern sind einem im Archiv der Johannisgemeinde aufgefundenen Schriftverkehr eine Schenkung des Plauener Webereibesitzer Carl Georg Stoffregen, der sie aus seinem Geburtsort Bergen bei Hannover nach Plauen verbracht hatte.


 

Die Kanzel

Am nord-östlichen Pfeiler des Hauptschiffes der Johanniskirche ist eine barocke Kanzel mit Aufgang angebaut. Sie stand ursprünglich in der Nikolaikirche zu Görlitz. Die Kanzel ist vermutlich ein Werk des Bildhauers Caspar Gottlob von Rodewitz und entstand in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Korb ruht auf einem stehenden Engl. Auf dem Schalldeckel sind Posaune blasende Engel auf Wolken zu sehen. Sie sollen offensichtlich an die Posaunen der Offenbarung des Johannes erinnern. Der Künstler wollte damit wohl den Zweck der christlichen Predigt aufzeigen, nämlich die Gläubigen vor dem Gericht und Zorn Gottes zu warnen. Unten am Schalldeckel – über dem Kopf des Predigers – ist eine Taube zu erkennen; sie zeigt, dass die Predigt vom Heiligen Geist inspiriert ist und Gottes Wort selbst enthält, obschon sie von einem Menschen verfasst und vorgetragen wird. Der Prediger erreicht die Kanzel durch ein hölzernes Portal mit der Aufschrift „Soli Deo Gloria“ – „Allein Gott die Ehre“; damit ergeht an den Prediger die Mahnung, die Kanzel nicht für die Pflege der eigenen Eitelkeit zu missbrauchen.

Der Betrachter soll erkennen, dass in der Predigt Gott selbst zu ihm spricht, um ihn vor der Verdammnis zu bewahren.


 

Zwei Schnitzereien an den Ostwänden Seitenschiffe

Aus einem früheren Altaraufbau aus den Händen des für die vogtländische Barockkunst bedeutenden Elsterberger Bildhauers Christian Peller (165-1715) sind nur noch zwei Skulpturen erhalten.


 

Mose

An der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes ist die Figur des Mose angebracht. In den Händen hält er die Tafeln der 10 Gebote. Mose hat hier zwei Hörner auf dem Kopf. Diese finden sich auf zahlreichen Mosedarstellungen und verdanken sich einer fehlerhaften Übersetzung der lateinischen Bibel. Das hebräische Wort „qāran“ (strahlend) wurde in der sog. „Vulgata“ statt mit „coronato“ (gekrönt) irrtümlich mit „cornuto“ (gehörnt) übersetzt.

Der Betrachter erfährt, dass Gott das menschliche Leben mit Geboten – durch das göttliche „Gesetz“ - schützen will. Gott wird als Richter gedacht, der über die Einhaltung der Gesetze wacht und mit Lohn und Strafe auf das Handeln der Menschen reagiert. Mose steht hier als Vertreter des sog. „Alten Bundes“ bzw. der Alten Testaments.


 

Der Apostel Paulus

Gleichsam gegenüber Mose an der Ostwand des südlichen Seitenschiffes sehen wir die Skulptur des Apostels Paulus. Er zeigt mit der Rechten auf ein Buch, welches wohl das Evangelium – das Neue Testament - symbolisieren soll. Das Evangelium ist die Botschaft von und über Jesus Christus; es verkündet die Liebe und Gnade Gottes gegenüber dem (reuigen) Sünder. Nach der Theologie des Apostels und ersten Theologen der Kirche ist es dem Menschen unmöglich, durch strenge Einhaltung der Gebote Gottes Gnade und damit das Heil zu erlangen. Heil und Gnade sind ein vielmehr Geschenk Gottes, das der Mensch im Glauben an Jesus Christus annehmen soll. Heil und Gnade aus Gottes Hand ermöglichen erst ein weitgehend gottgefälliges Leben.

Der Betrachter erfährt, dass Gott ihm gnädig ist, sofern er das Evangelium von Jesus Christus im Glauben annimmt.


 


 


 

Bildnisse von Geistlichen

Im Westen des Innenraumes hängen drei Bildnisse von Geistlichen, die in der Johanneskirche gewirkt haben, darunter ein von Robert Sterl 1896 geschaffenes Gemälde des Superintendenten Gustav Landmann.