Ökumenische Nagelkreuzgemeinschaft Plauen


Seit 2017 gibt es in Plauen die Ökumenische Nagelkreuzgemeinschaft. Ihre Gründung geht auf eine Anregung von Pfarrerin Beatrice Rummel zurück. Das Besondere an unserer Nagelkreuzgemeinschaft ist ihre ökumenische Breite, die in dieser Form einmalig ist. Neben den lutherischen Kirchgemeinden gehören auch die Röm.-kath. Pfarrei Herz-Jesu Plauen, die Evangelische Allianz Plauen, die Ev.-method. Erlösergemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde – Baptisten sowie die Adventgemeinde dazu. Ebenso ist das Netzwerk Erinnern-Mahnen-Versöhnen mit der Nagelkreuzgemeinschaft verbunden.
 
Am 10. April 2021 wurde unserere Nagelkreuzgemeinschaft in einem festlichen Gottesdienst in die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry aufgenommen - ein Jahr nach dem 75. Jahrestag der Zerstörung Plauens am 10. April 1945. Die Verschiebung auf 2021 war der Corona-Pandemie geschuldet. (Am 10. April 2020 - Karfreitag -  fand ein Friedensgebet zur Sterbestunde Jesu statt, welches in ein einer aufwändigen Videoproduktion festgehalten und in der Internationalen Nagelkreuzgemeinschaft verbreitet wurde.) Die Aufnahmezeremonie im Jahr 2021 nahm in Vertretung des Deans von Coventry John Witcombe der Vorsitzende der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland OKR Dr. Oliver Schuegraf vor, der auch die Predigt hielt (Foto). Das Nagelkreuz haben wir Plauener nicht stolz als eine Auszeichnung empfangen. Vielmehr müssen wir es als Auftrag zur Versöhnung verstehen - nicht allein mit den ehemaligen Feinden im 2. Weltkrieg sondern auch innerhalb der gespaltenen Stadtgesellschaft Plauens. 

Standort für das Nagelkreuz ist die Johanniskirche. Ein zweites Nagelkreuz soll  durch verschiedene Orte in Plauen wandern, um so den Gedanken und den Auftrag der Versöhnung wach zu halten. Die erste Herberge des "Wandernagelkreuzes" im Jahr 2021 ist das nahegelegene Luftschutzmuseum Meyerhof. Während der jährlichen ökumenischen Friedensdekade im November eines jeden Jahres steht es in der Lutherkirche und wird im ökumenischen Gottesdienst am Buß- und Bettag einer Mitgliedsgemeinde unserer Nagelkreuzgemeinschaft übergeben bis es am 10. April des Folgejahres wieder an einen weltlichen Ort gelangt, wo es zur Versöhnung mahnen soll.

Das „Nagelkreuz von Coventry“ ist ein Zeichen der Versöhnung, der Hoffnung und des Friedens. Geformt aus drei mittelalterlichen Nägeln der zerstörten St.-Michaels-Kathedrale in Coventry verkörpert es seit 1945 ein weltweites christliches Engagement für Hoffnung und Frieden. Dazu entstand ausgehend von der Kathedrale in Coventry ein internationales Netzwerk für Frieden und Versöhnung – die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft. Die Ziele der Nagelkreuzgemeinschaft werden so beschrieben: „Als ein Netzwerk ganz normaler Menschen müssen wir heute in einer Welt, die immer noch von Gewalt geprägt ist, eine neue Stimme finden, um die vorherrschende Kriegskultur unserer Tage herauszufordern und zu verwandeln.“ Die drei Schwerpunkte der Versöhnungsarbeit sind so formuliert: „die Wunden der Geschichte heilen, mit Unterschiedenheit leben und Vielfalt feiern sowie eine Kultur des Friedens schaffen“.

Als Mindestbeitrag zu diesen Schwerpunkten wird von jedem Nagelkreuzzentrum erwartet, wöchentlich ein Friedensgebet unter Verwendung des Versöhnungsgebetes von Coventry abzuhalten. Das geschicht bereits seit 2017 immer mittwochs 18:00 Uhr in der Johanniskirche - getragen vom Friedensgebetskreis.

Nagelkreuzzentren gibt es weltweit. In Deutschland sind die Nagelkreuzzentren in der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V. zusammengeschlossen. Unsere Nagelkreuzgemeinschaft ist in Deutschland die dreiundsiebzigste. .