Versöhnung leben: Adventgemeinde Plauen


"Der geographische Ort wird von seiner Geschichte nicht loskommen…"

Als Adventgemeinde Plauen leben wir mit dem Privileg und der Verpflichtung, dass sich unser Gemeindehaus auf dem Grundstück der ehemaligen Plauener Synagoge befindet. Durch Kauf ist diese Fläche Ende der 40ger Jahre in den Besitz unserer Freikirche übergegangen. Es wäre interessant, Gründe zu erfahren, die die jüdische Gemeinde in Leipzig - als Rechtsnachfolgerin der Plauener Synagogengemeinde – bewogen haben mögen, uns diese Fläche zu verkaufen. 

Auf Initiative eines adventistischen Pastors und in Zusammenarbeit mit der Stadt wurde 1988 von dieser eine Gedenktafel eingeweiht. Seit Ende der 90ger Jahre versammelt die Stadt mit ihrer Einladung regelmäßig Einwohner, Gäste und Personen des öffentlichen Lebens an diesem Ort, um des Pogroms zu gedenken. Die Adventgemeinde hat parallel dazu verschiedentlich Veranstaltungen rund um den Gedenktermin angeboten. Sie erlebt immer wieder, dass Holocaustüberlebende, auch deren Nachkommen, diesen Ort besuchen um zu verweilen, sich Auskünfte zu holen oder um einfach Zeit zu verbringen, während der man gemeinsam schweigt, spricht, isst, innerlich und äußerlich aufeinander zugeht.

Auf unserer Homepage gibt es den Hinweis auf die Geschichte des Standortes. Für die Zukunft überlegen wir, wie wir das Gelände noch erkennbarer und deutlicher im Sinne des Erinnerns gestalten können. Es ist erstrebenswert, das Gedenken an diesen / mit diesem Ort noch stärker aus der Kirchgemeinde heraus auch in der öffentlichen Wahrnehmung und Gestaltung zu vernetzen. 

(Harald Gäbel, Pastor)

Synagoge Plauen (Rekonstruktion)

Gemeindehaus der Adventgemeinde auf dem Grundstück der ehemaligen Synagoge

Gedenktafel am Standort der ehemaligen Synagoge